So viel Liebe, so viele Herausforderungen – die besten Tipps für die ersten Wochen mit deinem Welpe
1. Wenn ein Welpe einzieht, steht alles Kopf
Das Herz schlägt bis zum Hals. Die Vorfreude ist unbeschreiblich. Und dann steht er plötzlich da – vier Pfoten, eine feuchte Schnauze und ein Blick, der dich sofort um den Finger wickelt. Genau so war es, als Oscar bei uns eingezogen ist.
Oscar ist ein Mini Australian Shepherd und er hat unser Leben innerhalb weniger Stunden auf den Kopf gestellt. Im besten Sinne. Aber auch im wörtlichsten: Was vorher ordentlich auf dem Boden lag, wurde inspiziert, berochen und mindestens einmal angeknabbert.
In diesem Artikel teile ich alles, was ich in der Welpenzeit gelernt habe – die Vorbereitung, die Fütterung, die Erziehung, die Herausforderungen und ja, auch die schlaflosen Nächte. Damit du weißt, was dich erwartet und warum es trotzdem das Beste ist, was dir passieren kann.
2. Die Realität mit einem Welpen: Zwischen Liebe und Chaos
Wer noch nie einen Welpen hatte, stellt sich die ersten Tage vielleicht so vor: ein kleines, kuscheliges Wesen, das schläft, frisst und dabei süß aussieht. Die Realität? Ein bisschen anders.
Stromkabel werden zur Versuchung. Schuhe verschwinden auf mysteriöse Weise. Und mitten in der Nacht möchte dein Welpe raus – natürlich genau dann, wenn du gerade tief schläfst. Dazu kommt der emotionale Stress: Was, wenn er weint? Was, wenn er etwas Falsches gefressen hat? Was, wenn er krank ist?
Das Gute: All das ist völlig normal. Jeder Welpe bringt sein eigenes kleines Chaos mit und jeder Welpenhalter kennt diese Momente. Du bist nicht allein damit. Aber das Chaos legt sich. Versprochen.
Typische Überraschungen in der ersten Welpenzeit:
- Schlafmangel (ja, auch bei Hunden gibt es nächtliche Aufwachphasen)
- Neue Routinen, die sich erst einspielen müssen
- Unerwartete Kosten für Tierarzt, Futter & Zubehör
- Emotionaler Stress durch Unsicherheit
- Unglaublich viele glückliche Momente, die alles aufwiegen
3. Die richtige Vorbereitung – Was ein Welpe wirklich braucht
Gut vorbereitet in die Welpenzeit zu starten, macht einen riesigen Unterschied. Hier ist, was du wirklich brauchst und was du weglassen kannst.
3.1 Grundausstattung für deinen Welpen
Bevor dein Welpe einzieht, sollte die Grundausstattung stehen. Hier ist eine Checkliste der wichtigsten Dinge:
- Hundebett oder Liegekissen – gemütlich und waschbar
- Zwei Näpfe – einer für Wasser, einer für Futter
- Geschirr (kein Halsband für Welpen!) und passende Leine
- Altersgerechtes Spielzeug – zum Kauen, Zerren und Apportieren
- Transportbox – für sichere Autofahrten und als Rückzugsort
- Leckerlis für das erste Training
- Erste-Hilfe-Set und Zeckenzange
💡 Tipp: Kaufe nicht alles auf einmal, was du denkst, dass du oder dein Hund es brauchen könnte. Manche Dinge brauchst du erst später oder gar nicht. Starte mit dem Wesentlichen und ergänze nach Bedarf.
3.2 Zuhause welpensicher machen
Bevor dein Welpe zum ersten Mal durch die Tür läuft, sollte dein Zuhause auf ihn vorbereitet sein. Welpen erkunden alles – mit Nase, Pfoten und Zähnen. Was für dich selbstverständlich sicher ist, kann für einen Welpen zur Gefahr werden.
So machst du dein Zuhause welpensicher:
- Treppen absichern – Welpen sollten keine Treppen alleine laufen (Verletzungsgefahr)
- Kabel und Steckdosen sichern oder verstecken
- Giftige Pflanzen entfernen – dazu zählen z. B. Lilie, Primel und Alpenveilchen
- Essbares nicht herumliegen lassen – Trauben, Schokolade & Co. sind giftig
- Wertvolles wegsperren – Schuhe, Fernbedienungen, Kinderspielzeug
- Chemikalien und Reinigungsmittel sicher verschließen
4. Welpen verstehen: Bewegung, Ruhe und Wachstum
4.1 Wie viel Bewegung braucht ein Welpe?
Hier gilt eine einfache Faustregel: 5 Minuten Bewegung pro Lebensmonat und das zweimal täglich. Ein drei Monate alter Welpe braucht also circa 15 Minuten Spaziergang pro Einheit.
Klingt wenig? Ist es auch und das ist gut so. Zu viel Bewegung belastet die noch wachsenden Gelenke und Knochen. Treppensteigen sollte in den ersten Monaten unbedingt vermieden werden. Übt ihr Treppen, dann maximal zwei bis drei Stufen – damit der Welpe keine Angst davor entwickelt.
4.2 Warum Schlaf für Welpen so wichtig ist
Welpen schlafen – viel. Bis zu 18 bis 20 Stunden am Tag. Das ist kein Zeichen von Faulheit, sondern absolut notwendig für ihre körperliche und geistige Entwicklung. Zu wenig Schlaf erhöht den Stresspegel und kann sogar gesundheitsschädlich sein.
Wichtig: Ein Welpe, der abends völlig aufgedreht ist und nicht zur Ruhe kommt, ist nicht zu wenig ausgelastet – er ist oft überstimuliert. Weniger ist mehr, gerade in den ersten Wochen.
4.3 Wachstum und Entwicklung
Der größte Wachstumsschub findet zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat statt. Die endgültige Größe ist genetisch festgelegt – bei einem Mini-Aussie wie Oscar also überschaubar, aber trotzdem beachtenswert.
Falsche Fütterung kann das Wachstum negativ beeinflussen. Deshalb: Welpe regelmäßig wiegen und die Gewichtsentwicklung mit der rassenspezifischen Wachstumskurve vergleichen.
5. Fütterung beim Welpen – Darauf solltest du achten
Fütterung ist eines der Themen, bei denen viele Welpenbesitzer unsicher sind. Zu Recht – denn die Ernährung hat direkten Einfluss auf Gesundheit, Wachstum und Wohlbefinden deines Hundes.
Das solltest du bei der Welpenernährung beachten:
- Bekannte Fütterungszeiten von Anfang an einhalten – das gibt dem Welpen Struktur und Sicherheit
- Futterwechsel langsam durchführen – niemals abrupt umstellen, das belastet den Magen
- Auf hochverdauliches, altersgerechtes Welpenfutter achten
- Den Welpen einmal pro Woche wiegen und mit der Wachstumskurve abgleichen
- Das Futter sollte zur Größe und zum Alter des Hundes passen – im Zweifel beim Tierarzt nachfragen
💡 Praxistipp: Wenn du das Futter aus dem ersten Zuhause nicht kennst oder es nicht mitgegeben wurde, frage deinen Tierarzt nach einer geeigneten Übergangslösung. So vermeidest du Magenprobleme in der Eingewöhnungsphase.
6. Erziehung beginnt früher als viele denken
So bezaubernd ein Welpe auch ist – seine Erziehung sollte von Anfang an konsequent und liebevoll erfolgen. Was sich jetzt einschleift, ist später nur schwer wieder zu ändern.
6.1 Regeln von Anfang an
Darf der Hund aufs Sofa? Ins Bett? Diese Fragen solltest du dir stellen, bevor dein Welpe einzieht – denn was einmal erlaubt ist, lässt sich nur schwer wieder verbieten. Einmal liebgewonnene Gewohnheiten sind für Hunde schwer abzutrainieren. Entscheide also früh und bleib konsequent.
6.2 Alleine bleiben lernen
Alleine bleiben will gelernt sein und das braucht Zeit. Starte mit wenigen Minuten und steigere die Dauer ganz langsam. Niemals den Welpen von Anfang an stundenlang alleine lassen. Das erzeugt Stress und kann zu Trennungsangst führen.
6.3 Autofahren üben
Auch das Autofahren will trainiert werden. Beginne mit kurzen Fahrten und steigere die Distanz. Eine sichere Transportbox macht das Reisen nicht nur sicherer, sondern hilft dem Welpen auch dabei, sich im Auto wohler zu fühlen.
6.4 Neue Menschen richtig vorstellen
Besuche in den ersten Wochen? Gerne – aber in kleinem Rahmen. Aufgeregte Kleinkinder oder große Menschenmengen können für einen Welpen überwältigend sein. Lass den Welpen selbst entscheiden, wann er auf neue Menschen zugeht. Das stärkt sein Selbstbewusstsein und seine Sozialkompetenzen.
7. Typische Herausforderungen in den ersten Wochen
Kein Welpe ist perfekt und das ist auch gut so. Hier sind häufige Herausforderungen und wie du damit umgehst:
Welpe jault oder weint
Besonders nachts kann das nervenaufreibend sein. Helfen kann ein Schlafplatz neben dem Bett, ein getragenes T-Shirt mit deinem Geruch oder ein wärmendes Körnerkissen. Das gibt Sicherheit und ist normal.
Welpe verträgt das Futter nicht
Durchfall oder Erbrechen nach einem Futterwechsel sind häufig. Stelle langsam um, gib dem Magen Zeit und frage im Zweifel deinen Tierarzt.
Welpe zerstört Dinge
Kauen ist für Welpen natürlich – besonders im Zahnwechsel. Biete geeignete Kauspielzeuge an und sorge dafür, dass Verbotenes außer Reichweite ist.
Welpe hat Angst
Neue Umgebungen, Geräusche oder Menschen können einschüchternd sein. Gib deinem Welpen Zeit, zeige Ruhe und lass ihn in seinem eigenen Tempo erkunden. Niemals drängen oder zwingen.
8. Warum Geduld in der Welpenzeit alles ist
Falsche Vorstellungen und schiere Überforderung sind die Hauptgründe, weshalb die ersten Wochen mit einem Welpen manchmal in reinsten Stress ausarten. Erwartung trifft auf Realität und die Lücke dazwischen kann groß sein.
Was hilft: Informiere dich im Voraus über die Bedürfnisse deines Welpen. Tausche dich mit anderen Welpenhaltern aus. Gehe zum Tierarzt, wenn du unsicher bist. Und vor allem: Gib dir und deinem Hund die Zeit, die ihr braucht, um zueinander zu finden.
Bindung entsteht nicht über Nacht. Sie wächst – Tag für Tag, durch gemeinsame Erlebnisse, durch Geduld und durch die Bereitschaft, auch mal einen schlechten Tag wegzustecken.
9. Fazit – Die Welpenzeit ist anstrengend und wunderschön
Oscar hat unser Leben verändert. Er hat uns gelehrt, langsamer zu werden, aufmerksamer zu sein und die kleinen Momente zu schätzen. Ja, die ersten Wochen waren chaotisch. Ja, es gab Nächte, in denen man sich fragt, ob man wirklich bereit war für diesen Schritt.
Aber dann schaut er dich an – mit diesem Blick, der alles sagt – und du weißt: Es ist das Beste, was dir passiert ist.
Wenn du dich gut vorbereitest, informierst und geduldig bist, wird die Welpenzeit zu einer der schönsten Phasen eures gemeinsamen Lebens. Und davon profitiert nicht nur der Hund.
10. FAQ – Häufige Fragen zur Welpenzeit
Wie lange dauert die Eingewöhnung eines Welpen?
Die meisten Welpen brauchen zwei bis vier Wochen, um sich in ihrer neuen Umgebung sicher zu fühlen. Plane zur Eingewöhnung idealerweise 14 Tage Urlaub ein und baue von Anfang an eine sichere Routine auf.
Wie viel Schlaf braucht ein Welpe?
Welpen schlafen bis zu 18 bis 20 Stunden pro Tag. Ausreichend Ruhe ist entscheidend für ihre Entwicklung – sowohl körperlich als auch mental.
Wann sollte man mit der Hundeschule beginnen?
Erst dann, wenn alle Grundimpfungen durchgeführt wurden. Außerdem empfiehlt es sich, zunächst eine grundsätzliche Bindung zwischen Welpen und Halter aufzubauen, bevor man in die Hundeschule geht.
Wie lange darf ein Welpe spazieren gehen?
Die Faustregel lautet: 5 Minuten Bewegung pro Lebensmonat, zweimal täglich. Ein drei Monate alter Welpe darf also etwa 15 Minuten am Stück spazieren gehen. Mehr schadet den sich noch entwickelnden Gelenken.
Welches Futter ist für Welpen geeignet?
Welpenfutter sollte hochverdaulich und auf das Alter sowie die Größe des Hundes abgestimmt sein. Bei Unsicherheiten hilft eine Rücksprache mit dem Tierarzt.
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Disclaimer: Dieser Beitrag basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen und Tipps aus dem Alltag mit meinem Hund. Ich bin keine Tierärztin, Ernährungsberaterin oder Trainerin. Meine Inhalte dienen nur der Inspiration. Manche Links sind Affiliate-Links*, d. h. ich erhalte eine kleine Provision, wenn du darüber bestellst – für dich bleibt der Preis gleich.